Meine Vita

Sie wollen gern wissen, mit wem Sie es hier zu tun haben? Ich biete Ihnen einen Abriss meines (beruflichen) Lebenswegs in zwei Varianten an. Einmal für den Schnellleser und eine Variante für alle, die es etwas ausführlicher mögen.

Stephan Lamprecht – für den Schnellleser

Ich bin im Jahr 1968 in Hamburg geborgen. Getrennt lebend, Vater von drei Kindern. Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik habe ich mich während der„New Economy“ entschieden, das Schreiben mit der Begeisterung für Technik und Internet zu verbinden.

Es folgten Anstellungen und Projekte auf freiberuflicher Basis bei verschiedenen Unternehmen. Während viele Kollegen sich erste Sporen in Sport- und Lokalredaktionen verdienten, habe ich Auftritten wie mopo.de bei der Geburt geholfen, oder mich mit Kollegen vom Axel Springer Verlag bei Sitzungen des BDZV über Visits und Frames gestritten.

Ende der 90er Jahre wechselte ich zu einem Hamburger Softwarehaus, wo ich 5 Jahre die Pressearbeit und Unternehmenskommunikation geleitet habe. Anschließend war ich 5 Jahre bei einem Finanzdienstleister in verschiedenen Leitungsfunktionen beschäftigt. Zuletzt als Geschäftsfeldleiter für das Business Development.

Seit 2010 gehe ich jedem Angebot für eine Festanstellung konsequent aus dem Weg und arbeite freiberuflich in Ahrensburg bei Hamburg.

Der ausführliche Werdegang

Am 29. Oktober 1968 wurde ich am späten Nachmittag dort geboren, wo viele Babys in der Hansestadt Hamburg zur Welt kamen, nämlich der Klinik Finkenau. Aufgewachsen bin ich allerdings in der Stadt Ahrensburg, die sich gern selbst „Hamburgs schöne Nachbarin“ nennt. In dem überschaubaren Ort durchlebte ich eine schöne und behütete Kindheit. Schon recht früh haben mich Bücher fasziniert, so kam es, dass ich mir, ermutigt von meiner Mutter, bereits im Kindergarten das Lesen beibrachte. Ein bisschen langweilig war dann die Grundschulzeit.

Am Ende der Schulkarriere stand dann das Abitur im Jahr 1988 an der Stormarnschule in Ahrensburg. Prüfungen habe ich in Geschichte, Chemie, Physik und Deutsch abgelegt. Ich hatte das große Glück, dass ein sehr guter Pädagoge in mir die Leidenschaft für das Fach Geschichte erweckte, und ein sehr schlechter Pädagoge mir nicht die Freude an der deutschen Sprache genommen hat. Ich erinnere mich an endlose Diskussionen zur Interpretation des damaligen literarischen Kanons. Für mich war Tonio Kröger einfach schwul und eckte als Person deswegen an. Mein Studienrat schwadronierte und beharrte auf den Widerspruch zwischen künstlerischen und bürgerlichen Existenz. Dann kam die Veröffentlichung der Tagebücher Thomas Manns.

Meine späte Pubertät verbrachte ich überwiegend tanzend und kam mit elektronischer Musik in Berührung (Depeche Mode, Ultravox). So experimentierte ich mit Synthesizern und Drumcomputern, lungerte in und vor den Hafenklang-Studios in Hamburg herum. Und ich las erstmals „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und den „Zauberberg“. Beides Bücher, die mich nachhaltig prägten.

Von 1988 bis 1990 habe ich meinen Zivildienst in einer Wohngruppe des Kinderheims im Erlenbusch abgeleistet. Übrigens als einer der letzten Jahrgänge, die noch 20 Monate in zivil dienen durften.

Die 90er Jahre

Im Oktober 1990 fing ich ein Studium der neueren Geschichte und Germanistik an der Universität Hamburg an. Dieses habe ich erfolgreich nicht beendet. Ich “absolvierte” meine Zwischenprüfung, die seinerzeit im einfachen Durchzählen der erworbenen “Scheine” bestand. Der Abschluss “Bachelor” war hierzulande noch nicht erfunden.

Im Laufe der Jahre sah ich im Studium zusehends keine Perspektive mehr für mich. Allerdings erwarb ich an der Uni erste aktive Erfahrungen als Ghostwriter. Und habe somit die eine oder andere Hausarbeit mehr geschrieben, als auf meinem Stundenplan stand. Nach dem Grundstudium beschloss ich, die Universität zu verlassen.

Gern hätte ich jetzt davon berichtet, dass ich immer schon Journalist werden wollte. Allein, das wollte ich nicht. Ich mochte aber immer das Schreiben. Klausuren in Geschichte und Deutsch empfand ich nicht als Mühe. Das Erzählen und Interpretieren machte mir Spaß. An der Universität fühlte ich mich besonders beim Schreiben von Hausarbeiten in meinem Element: Die Recherche, das Strukturieren und dann das Tippen der Arbeit.

Zur Arbeitserleichterung hatte ich mir seinerzeit auch den ersten Computer gekauft. Einen IBM PS/1 mit sensationellen 2 MB RAM und 40 MB Festplatte. In dieser Zeit fiel dann die Idee, ob man das technische Verständnis und das Schreiben nicht irgendwie verbinden könnte. Und das ging. Und es ging sehr gut.

Während der letzten Semester im Studium fing also an, erste Artikel für Geld zu verfassen. Sie sind dann in längst vergessenen und verschollenen Stadtmagazinen erschienen. An den “Hinnerk” wird sich niemand von Ihnen erinnern, befürchte ich. An der Universität kam ich mit dem Internet in Berührung. Ich betrieb meine eigene Mailbox und nutzte schon recht früh CompuServe. Folgerichtig schrieb ich dann eines der ersten Bücher zum Thema Marketing im Internet, das im Haufe Verlag erschienen ist. Ich war Chefredakteur eines Magazins aus Österreich. „PC Internet“ hatte immerhin eine Auflage von 7.000 Exemplaren.

1996 suchte Gruner+Jahr einen Mitarbeiter für elektronische Medien. Und das wurde ich. Eine aufregende Zeit, während ich die ersten Schritte der Hamburger Morgenpost und der Berliner Zeitung im Internet begleiten durfte. Und für die Veteranen: Auf Sitzungen in Bonn habe ich mich mit Kollegen von Axel Springer streiten dürfen, ob “Frames” auch “Views” sind. Gruner+Jahr fand’s blöd, Springer toll. So war das damals.

1997 wechselte ich zu Intershop und habe in einem überschaubaren Marketing-Team Anwenderberichte und ähnliches Zeug geschrieben. Hier gab es dann auch den ersten Karriereknick. Das Unternehmen wuchs, aber fakturierte zu wenig. Neuer Marketingleiter und zack…

Die beiden folgenden Jahre habe ich mich dann selbstständig verdingt. Einige Bücher und Artikel verfasst und außerdem Unternehmen beim Gang ins Internet beraten. Kennt noch jemand “Dr. Solomon” oder “Elsa”? Beides schöne Beispiele dafür, dass sich Qualität eben gerade nicht immer durchsetzt. In beiden Fällen übernahmen andere Firmen die besseren Konkurrenten. Und die Marken verschwanden.

Die 2000er Jahre

1999 hatte das Hamburger Unternehmen Star Finanz so viel Vertrauen, mir den Aufbau der Pressearbeit und die technische Redaktion für ihre Produkte anzuvertrauen. Die ersten Jahre dort waren ausschließlich von StarMoney geprägt. Das Unternehmen wuchs und die erste Mitarbeitergeneration wurde weniger. Und nachdem Marco Börries seine Anteile verkauft hatte, wurde die Star Finanz auch immer mehr zu einem Sparkassenunternehmen. Ich ging immer unlustiger zur Arbeit.

2005 dann ein Wagnis. Der Wechsel in eine völlige andere Branche. Aber mir gefielen die Leute beim Finanzdienstleister Dr. Klein und der Mutter Hypoport. Schon damals ein Fintech, als wir den Begriff noch gar nicht verwendet hatten. Und aus den sechs Monaten, die ich mir selbst gab, wurden fast 6 Jahre. Zuletzt als Geschäftsfeldleiter Business Development verantwortlich für Produktmanagement über alle Sparten, Abwicklung, Betrieb, Geschäftsbereichscontrolling und IT-Strategie. Aus dieser Verbindung zur Versicherungswirtschaft und dem Kreditwesen sind inzwischen auch Kundenbeziehungen erwachsen, wenn ich über Disruption und Digitalisierung bei Versicherungen und Insurtechs blogge. Apropos: Seit 2005 schreibe ich im eigenen Blog in das Internetz rein.

Seit 2010

Das Jahr 2010 war von einer weiteren Zäsur geprägt. Ein ausgewachsener Burnout mit allem, was dazu gehört. Inklusive 5 Monaten Therapiegesprächen. An deren Ende stand dann fest, dass ich nur noch auf eigene Rechnung arbeiten wollte. Da ich bereits seit Mitte der 90er Jahre immer nebenberuflich selbstständig war, fiel der Schritt nicht so schwer, wie bei anderen Gründern. Seitdem habe ich nur noch einen sehr netten, wenn auch anspruchsvollen Chef, die Kantine ist prima und es gibt wirklich leckeren Kaffee.

In den vergangenen Jahren habe ich viele spannende Aufgaben bearbeitet und interessante Unternehmen kennengelernt. Zu den Projekten, die besonders im Gedächtnis geblieben sind, gehören u.a. die Konzeption und Redaktion einer Sonderpublikation zu Social Media, die Arbeit als Sparringspartner für ein Beratungsunternehmen in der Sparkassenorganisation zum Thema Social Media, die Chefredaktion des Beratungsdienstes „IT Wissen aktuell für den Datenschutzbeauftragten“ und natürlich viele Fachartikel als Ghostwriter zu so unterschiedlichen Themen wie der Personalberatung, Entwicklungen in der Versicherungsbranche, Business Intelligence im Gesundheitswesen oder Performanceanalysen bei Oracle Datenbanken.